Jeden Tag stürzt in Deutschland ein Flugzeug ab. Zumindest, wenn man die Zahl der Betroffenen betrachtet.
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Ein Gedanke, der kaum zu ertragen ist!
Stellen Sie sich vor, heute würde in Deutschland ein voll besetztes Passagierflugzeug abstürzen.
300 Menschen kommen ums Leben. Die Nachricht würde innerhalb weniger Minuten alle Medien beherrschen. Sondersendungen würden das Programm unterbrechen, Experten würden Ursachen analysieren und Politiker ihre Anteilnahme ausdrücken. Tagelang gäbe es kaum ein anderes Thema. Ein solches Ereignis würde niemanden kaltlassen. Doch jetzt kommt der eigentliche Gedanke:
Was wäre, wenn die gleiche Zahl an Menschen nicht auf einmal, sondern über den ganzen Tag verteilt in Deutschland sterben würde?
Nicht bei einem Flugzeugabsturz. Sondern einzeln. Im Büro. Beim Einkaufen. Beim Sport. Zu Hause.
Genau das erleben wir beim plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 70.000 bis 100.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen Herzstillstand. Das sind durchschnittlich mehrere Hundert Betroffene pro Tag. Eine Größenordnung, die einem voll besetzten Passagierflugzeug erstaunlich nahekommt. Der Unterschied ist nicht die Zahl der Menschen.
Unser Gehirn bewertet Ereignisse nicht nur nach ihrer Größe, sondern auch danach, wie sichtbar sie sind. Ein Flugzeugabsturz ist ein einzelnes Ereignis. Viele Menschen sterben gleichzeitig, Bilder gehen um die Welt und Millionen verfolgen dieselbe Geschichte. Ein Herzstillstand hinterlässt keine Fernsehbilder. Er passiert still, oft ohne Öffentlichkeit. Jeder Fall betrifft nur wenige Menschen. Deshalb erscheint das Risiko kleiner, obwohl es das nicht ist.
Genau deshalb sprechen wir über den Flugzeugabsturz - nicht aber über den Herzstillstand.
Denken Sie einfach mal darüber nach.